
ESSENTIAL KILLING (Polen, Irland, Norwegen, Ungarn 2010), voller visueller und darstellerischer Sprengkraft, eröffnet das diesjährige Festival. Jerzy Skolimowskis Spielfilm erzählt die Geschichte eines Mannes, der als mutmaßlicher Terrorist in der arabischen Wüste vom US-Militär gefangen genommen wird und dem in Europa die Flucht gelingt. In den eisigen Wäldern des europäischen Ostens kämpft der stumme, namenlose Einzelgänger gegen Kälte, Hunger und unerbittliche Verfolger. Der große Meister des polnischen Films, Jerzy Skolimowski, erzählt in Bildern beeindruckender Kraft über das Töten als unausweichliche Bedingung des eigenen Fortbestehens. In der Hauptrolle brilliert Vincent Gallo, der für seine wortlose Interpretation des einsamen Kämpfers in Venedig mit dem Coppa Volpi als Bester Darsteller ausgezeichnet wurde.
Caligari, 06.04.2011, 21:30



Essentielles Kino – der goEast-Eröffnungsfilm
Irgendwo in der arabischen Welt: ein stummer Einzelkämpfer (Vincent Gallo) gerät im Zuge eines Feuergefechts in der Wüste in Gefangenschaft. Einem Martyrium aus Folter und Isolation folgt die Verschleppung nach Europa. Dort kann er bei einem Unfall fliehen und irrt daraufhin, verfolgt von Polizei und Militär, orientierungslos durch eine ihm gänzlich unvertraute, bitterkalte Schneelandschaft – bis er schließlich schwer verletzt und völlig entkräftet auf ein entlegenes Gehöft trifft. Der polnische Regisseur Jerzy Skolimowski inszeniert zu Beginn seines aktuellen Werks die USA im Krieg mit internationalem Terrorismus und Menschenrechten als Jäger eines mit Hunger, Erschöpfung und Halluzinationen konfrontierten Mannes. Im Laufe des Films beginnt dieser, dann immer stärker mit seiner unbändigen Angst und der Aussichtslosigkeit der Situation zu kämpfen. In bemerkenswerten Arrangements vermag der Film die symbolische Kraft großer Naturbilder in eine spannende wie politisch brisante Erzählung zu weben, in der Töten zur unausweichlichen Bedingung des eigenen Fortbestehens wird.
Maria Schrader – der Stargast der diesjährigen goEast Matinée
goEast begrüßt dank der Unterstützung seines Partners ©koda Auto Deutschland als Ehrengast der diesjährigen Matinée eine der vielseitigsten Filmschaffenden des deutschen Kinos. Sie ist eine beeindruckende Schauspielerin, und als solche dem Publikum spätestens seit dem Erfolg von AIMÉE UND JAGUAR (1998) bekannt. In jüngster Zeit stand sie auch erfolgreich hinter der Kamera: Maria Schrader stellt persönlich den Matinée-Film I WAS ON MARS (Deutschland, Schweiz 1991) von Dani Levy vor, in dem sie eine junge Polin spielt, die – ausgestattet nur mit einem Bügeleisen und wenigen Englischkenntnissen – in New York ihr Glück sucht. Für diese Rolle wurde sie 1992 mit dem Max-Ophüls-Preis als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet. Eine feinsinnige Komödie über Fremdheit, Eigentum und die Durchsetzungsfähigkeit von Dickköpfen. Dem Thema Migration und Exil, in vielfältiger Weise beim diesjährigen Festival verhandelt, nähert sich Dani Levy in diesem Werk auf humorvoll-leichte Weise.
Made To Be Loved – goEast Highlights
Die Highlights von goEast lösen ein, was der Name verspricht: vier filmische Glanzlichter mit dem Prädikat „besonders sehenswert“. Die ausgewählten Werke sind Publikumslieblinge in ihren Herkunftsländern und besitzen jedes Potential, auch das anspruchsvolle goEast Publikum zu begeistern.
Darunter Yuri Shillers SPERLING (Russland 2010), der in epischen
Naturbildern und mit leisem Humor vom schwelenden Konflikt zwischen
Tradition und einem wirtschaftlicher Notwendigkeit geschuldeten
Zweckrationalismus erzählt: In einem kleinen Dorf irgendwo in Sibirien
kämpft der aufgeweckte Mitja einen einsamen Kampf. Die Pferdeherde des
Dorfes, einst ganzer Stolz der BewohnerInnen, soll zur Schuldentilgung
an eine Fleischerei verkauft werden.
Erstmals präsentiert goEast unter den Highlights
auch einen Dokumentarfilm. DER HEIRATSVER-MITTLER (Tschechische
Republik, Slowakei 2010) heißt der umwerfende Dokumentarfilm von Erika
Hníková, in dem der Bürgermeister eines kleinen Dorfes in der Slowakei
versucht, die jungen Unverheirateten seiner Gemeinde unter die Haube zu
bringen – ein schier aussichtsloses Unterfangen.
Cineastische Schätze, Kino für die Kleinen und Feste für Alle – die goEast Specials
Die Specials komplettieren das Festivalprogramm und tragen maßgeblich zur einzigartigen Festival-atmosphäre von goEast bei. Das Nationale Filmarchiv Rumänien gibt mit dem Programm „Humor im rumänischen Kurzfilm 1927 – 1977“ Einblick in seine Sammlung. Das Filmfest Hamburg und das Festival One World Romania präsentieren sich mit jeweils einem Film. Der renommierte Regisseur Peter Schamoni stellt sein ungewöhnliches Debüt MOSKAU 57 (Deutschland 1957) vor und Swetlana Sikora, die zehn Jahre lang die künstlerische Leitung von goEast inne hatte, präsentiert im Rahmen einer Carte Blanche ihren persönlichen Wunschfilm PAPIER SOLDAT (Russland 2008). Auch die kleinen Cineasten kommen auf ihre Kosten: Die goEast-Schulfilmtage bieten SchülerInnen aus Wiesbaden und Umgebung die Gelegenheit, mittel- und osteuropäische Filmkunst zu erleben. Und neben all dem tanzt und feiert Ost und West in Wiesbaden bei zahlreichen Partys; insbesondere bei der legendären goEast-Party im Kulturzentrum Schlachthof am Freitag, den 8. April ab 21:00 Uhr mit der russischen Band MARKSCHEIDER KUNST und der großen goEast-Abschlussparty, präsentiert von Kru¹ovice, mit DI GRINE KUZINE und DJ-TEAM I CAN’T DANCE am 12. April ab 22:00 Uhr im Kulturpalast.
goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films wird von zahlreichen Partnern unterstützt: Hauptförderer sind das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und die Landeshauptstadt Wiesbaden, ©koda Auto Deutschland, die Robert Bosch Stiftung, die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", die BHF-BANK-Stiftung, die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die Nassauische Sparkasse, Saalbau GmbH und 3sat.
goEast Wiesbaden | Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.filmfestival-goEast.de
http://sowa.quicksnake.de/goEast-Festival/ESSENTIAL-KILLING-Skolimowskiego-na-otwarcie-festiwalu-Essentielles-Kino-der-goEast-Erffnungsfilm






